Exposé schreiben: Anleitung mit Aufbau und Beispiel
Schritt-für-Schritt-Anleitung für ein überzeugendes Exposé
2026-03-12 · Lesezeit: ca. 3 Minuten
Abstract
Das Exposé ist das Fundament Ihrer Abschlussarbeit: Es definiert Thema, Fragestellung, Methodik und Zeitplan. Ein gutes Exposé überzeugt Ihren Betreuer und spart Ihnen Wochen an Überarbeitungen. Dieser Leitfaden zeigt den Aufbau, erklärt jedes Element und gibt eine Checkliste für die Fertigstellung.
Wozu ein Exposé?
Das Exposé erfüllt zwei Funktionen: Es ist Ihr Planungsdokument und Ihr Verkaufsdokument. Als Planungsdokument zwingt es Sie, Ihr Vorhaben vor dem eigentlichen Schreiben zu durchdenken: Was genau wollen Sie untersuchen? Wie? Warum? Als Verkaufsdokument muss es Ihren Betreuer davon überzeugen, dass Ihr Thema relevant, Ihre Methode geeignet und Ihr Zeitplan realistisch ist.
Aufbau eines Exposés
Der Standardaufbau variiert je nach Hochschule, umfasst aber in der Regel diese Elemente:
- 1. Arbeitstitel
- 2. Problemstellung und Relevanz
- 3. Forschungsfrage und Zielsetzung
- 4. Theoretischer Rahmen
- 5. Methodisches Vorgehen
- 6. Vorläufige Gliederung
- 7. Zeitplan
- 8. Vorläufige Literaturliste
Die Elemente im Detail
Problemstellung und Relevanz
Beginnen Sie mit dem »Warum«: Warum ist dieses Thema relevant? Für wen? Was ist das konkrete Problem oder die Wissenslücke? Die Relevanz kann wissenschaftlich (Forschungslücke), praktisch (Handlungsbedarf) oder gesellschaftlich (aktuelle Debatte) begründet sein.
Forschungsfrage
Die Forschungsfrage ist der wichtigste Satz Ihres Exposés. Sie muss spezifisch, beantwortbar und auf den Umfang Ihrer Arbeit zugeschnitten sein. Formulieren Sie sie als offene Frage – nicht als These.
Theoretischer Rahmen
Skizzieren Sie kurz die theoretische Grundlage Ihrer Arbeit: Welche Theorien, Modelle oder Konzepte bilden den Rahmen? Für ein Exposé reichen 1–2 Absätze mit den zentralen Referenzen.
Methodik
Beschreiben Sie Ihr geplantes Vorgehen: Welche Methode? Welche Daten? Wie werden Sie auswerten? Bei empirischen Arbeiten: Stichprobe, Erhebungsinstrument, Auswertungsverfahren. Bei Literaturarbeiten: Suchstrategie, Datenbanken, Ein-/Ausschlusskriterien.
Zeitplan
Erstellen Sie einen realistischen Zeitplan mit Meilensteinen. Typisch für eine Bachelorarbeit (12 Wochen): Wochen 1–2 Literaturrecherche, Wochen 3–4 Theorieteil, Wochen 5–6 Methodik/Erhebung, Wochen 7–8 Auswertung, Wochen 9–10 Diskussion/Fazit, Wochen 11–12 Überarbeitung und Abgabe. Planen Sie Puffer ein.
Exposé nach Textart
Bachelorarbeit: 3–8 Seiten. Fokus auf klare Fragestellung und realistisches Vorgehen. Ihr Betreuer will sehen, dass Sie das Thema eingegrenzt haben und wissen, was Sie tun.
Masterarbeit: 8–15 Seiten. Mehr Tiefe: ausgearbeitetes Forschungsdesign, Begründung der Methodenwahl, erste kritische Auseinandersetzung mit der Literatur.
Dissertation: 15–30 Seiten. Ein eigenständiges wissenschaftliches Dokument. Muss die Originalität des Vorhabens und den Beitrag zum Forschungsstand überzeugend darstellen.
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