Richtig Zitieren in wissenschaftlichen Arbeiten
APA, Harvard, deutsche Zitierweise – alle Regeln verständlich erklärt
2026-03-10 · Lesezeit: ca. 3 Minuten
Abstract
Korrektes Zitieren ist eine der grundlegendsten Anforderungen akademischen Arbeitens – und eine der häufigsten Fehlerquellen. Dieser Leitfaden erklärt die drei verbreitetsten Zitierweisen (APA, Harvard, deutsche Fußnoten-Zitierweise), zeigt den Unterschied zwischen direkten und indirekten Zitaten, und gibt Regeln für Sonderfälle wie Sekundärzitate, Online-Quellen und Quellen ohne Autor.
Warum korrektes Zitieren nicht optional ist
Korrektes Zitieren erfüllt drei Funktionen: Es macht Ihre Argumentation nachprüfbar, es gibt den Urhebern einer Idee die gebührende Anerkennung, und es schützt Sie vor dem Vorwurf des Plagiats. Eine fehlerhafte oder unvollständige Quellenangabe kann im schlimmsten Fall zur Nichtanerkennung Ihrer Arbeit führen.
Direktes vs. indirektes Zitat
Das direkte (wörtliche) Zitat
Ein wörtliches Zitat übernimmt den exakten Wortlaut einer Quelle in Anführungszeichen. Verwenden Sie direkte Zitate sparsam und nur dann, wenn die genaue Formulierung wichtig ist – etwa bei Definitionen, prägnanten Thesen oder wenn Sie den Wortlaut analysieren.
Regeln: In Anführungszeichen setzen. Seitenangabe zwingend erforderlich. Auslassungen mit [...] kennzeichnen. Hervorhebungen mit [Hervorhebung im Original] oder [Hervorhebung durch d. Verf.] markieren. Zitate über drei Zeilen: Einrücken, kleinere Schrift, ohne Anführungszeichen.
Das indirekte Zitat (Paraphrase)
Die Paraphrase gibt den Gedanken einer Quelle in eigenen Worten wieder. Sie ist der Normalfall akademischen Zitierens – die Mehrheit Ihrer Quellenverweise sollte in Form von Paraphrasen erfolgen. Keine Anführungszeichen, aber zwingend mit Quellenangabe (je nach Zitierweise mit »vgl.« markiert).
Die drei wichtigsten Zitierweisen
APA (American Psychological Association)
Standard in Psychologie, Sozialwissenschaften und vielen Naturwissenschaften. Aktuell: 7. Auflage. Kurzbeleg im Text mit Autor(en) und Jahr. Beispiel direktes Zitat: (Müller, 2023, S. 45). Beispiel Paraphrase: (Müller, 2023). Bei zwei Autoren: (Müller & Schmidt, 2023). Ab drei Autoren: (Müller et al., 2023).
Harvard-Zitierweise
Weit verbreitet in BWL und Wirtschaftswissenschaften. Ähnlich wie APA, aber mit kleinen Unterschieden: (vgl. Müller 2023, S. 45) bei Paraphrasen, (Müller 2023, S. 45) bei direkten Zitaten. Achtung: Es gibt keine einheitliche »Harvard-Norm« – die Konventionen variieren je nach Hochschule. Prüfen Sie immer die Vorgaben Ihres Lehrstuhls.
Deutsche Zitierweise (Fußnoten)
Traditionell in Jura, Geschichte und Geisteswissenschaften. Quellenangaben stehen in Fußnoten am Seitenende. Beim ersten Zitieren: vollständige Angabe. Bei Wiederholung: Kurzbeleg mit Nachname, Jahr, Seitenangabe. Bei unmittelbarer Wiederholung: »Ebd.« (ebenda) mit Seitenangabe.
Sonderfälle
Sekundärzitate
Wenn Sie eine Quelle nur aus zweiter Hand kennen (Autor A zitiert Autor B, und Sie haben nur A gelesen): Kennzeichnen Sie das als Sekundärzitat. Beispiel APA: (Müller, 2020, zitiert nach Schmidt, 2023). Verwenden Sie Sekundärzitate nur als Notlösung – versuchen Sie immer, die Originalquelle zu beschaffen.
Online-Quellen
Autor, Titel, Website-Name, URL und Abrufdatum angeben. Wenn kein Autor erkennbar: Organisation als Autor. Wenn kein Datum: »o. D.« (ohne Datum). DOI-Nummer bevorzugt gegenüber URL.
Ohne Seitenangabe
Bei Quellen ohne Seitenzahlen (Websites, Kindle): Absatznummer oder Kapitelüberschrift angeben. Beispiel: (Müller, 2023, Abs. 3) oder (Müller, 2023, Kap. Methodik).
Das Literaturverzeichnis
Jede im Text zitierte Quelle muss im Literaturverzeichnis stehen – und umgekehrt: keine Quelle im Verzeichnis, die nicht im Text vorkommt. Sortierung: alphabetisch nach Nachname des Erstautors. Bei mehreren Werken desselben Autors: chronologisch. Bei gleichem Jahr: a, b, c anhängen (Müller 2023a, 2023b).
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